Priesterin

Sneak-Preview 2021: Totensonne

Die Nacht, die die Anviliten Inûnyrde prophezeien, ist lang. Und der Morgen ungewiss. Folge mir demnächst auf Instagram, Twitter & Facebook, um die ersten 50 Seiten von Totensonne für lau zu lesen. Artwork: Warm_Tail
Cybersamurai

Sneak-Preview 2022: Hardwired

Die Geheimnisse des Nexus kosten dein Leben, wenn du nicht schnell genug bist. Folge mir demnächst auf Instagram, Twitter & Facebook, um 2022 die ersten 50 Seiten von Hardwired kostenlos zu lesen. Artwork: Tithi Luadthong
Rabe vor Mond auf Dornen

Die Seele von „Seelenschwester“

Was erzählt der Roman Seelenschwester? Was waren die stärksten Einflüsse für den Vampir-Thriller? Und wie gut stehen die Chancen auf eine Fortsetzung? Alles zu meinem eBook. Artwork: LadyLight
Tasten einer alten Schreibmaschine

Hinter der bürgerlichen Fassade

Wer hat sich für Seelenschwester Abende am Bildschirm um die Ohren geschlagen? Ein Foto und ein paar Zeilen zu mir unter Aboutdemnächst mehr auf Insta, Facebook und Twitter.

Am Abend der Welt

Inûnyrde fällt. Eine Welt auf des Messers Schneide. Oder auch auf zweien, das kann Ake Myrkr Hellsung von den Dächern Sturmhöhes über seine Zwillingsklingen hinweg sehen. Sie schimmern, als hätten sie selbst das Blut der flammenden Krone gekostet.

Ake blinzelt in eine Sonne, die schon Mittags so tief steht, als habe sie sich zum Sterben hingelegt. Das beunruhigt selbst den mit der Nacht so vertrauten Zwerg. Die Nacht, die die Anviliten Inûnyrde prophezeien, ist lang. Und der Morgen ungewiss.

Die tödliche Elster über Sturmhöhes Straßen mit dem bleichen, spitzen, bartlosen Gesicht, die man nur Myrkr, das finstere Schwert, nennt, wartet. Der Totenseher soll auf dem Weg in die Stadt sein. Wenn die Gerüchte über den letzten Nachkommen des gefallenen Hauses Beltane stimmen, kann er die Toten zum Sprechen bringen.

Sturmhöhe und die tiefe Verheißung

Nun soll Damien selbst für immer schweigen, bevor er den schmutzigen Geheimnissen der trügerischen Gassen zu nahe kommt. Doch bevor die letzte Dämmerung erlischt, will Ake Antworten. Bevor seine blitzenden Begleiter zustoßen, will er wissen, was seinem Straßenkumpanen Tula Vakaren widerfuhr, dem er so viel verdankt. Wer hat sein Licht gelöscht?

Das Schicksal ist geizig. Eine Gelegenheit wie der Geisterhorcher Beltane so flüchtig wie ein Leben. Zum ersten Mal ist Ake bereit, das Gesetz der Straßen zu brechen, die ihn groß gemacht haben.

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Erster Glockenschlag: Valravn

Wir alle suchen etwas.

Der Rabe war riesig. Er schwebte über einem Feld, das von Körpern, rohem aufgeschlitzten Fleisch und abgetrennten Körperteilen übersät war. Als hätte jemand Tot und Verderben ausgestreut. Und die Ernte achtlos liegen lassen. Der Herbstnebel hatte sich gehoben. Nun gab er fast den Blick frei auf das ganze Ausmaß, ein rotes Gemälde dahinrottender Verschwendung. Es spiegelte sich in den schwarzen Untiefen der Rabenaugen, die mit dem Kopf rastlos von Seite zu Seite zuckten.

Wir suchen unermüdlich. Doch vielleicht sind wir nur um des Suchen Willens hier. Hier, weil wir hier sind. Nicht, weil wir finden sollen.

Die Sonne ergoss sich blutrot über das bloße Gräberfeld. Sie würde kaum höher steigen oder auch nur die Kraft haben, den Nebel vollends aus morastigen Senken und brackigen Brachen zu vertreiben. Niemand hätte, auch aus dieser Höhe, auf einen Blick ermessen können, was er sonst noch verbarg.

Doch das hat uns niemand gesagt. Deshalb suchen wir weiter. Folgen diesem inneren Drang, selbst wenn wir uns scheinbar aufgegeben haben. Und dieses Gefühl in uns mit Alkohol ertränken oder mit Ablenkungen der Sinne und des Fleisches betäuben wollen. Selbst, wenn wir es nicht wissen, geht unsere Suche fort. Was wir zu finden hoffen, müssen wir nun schneller suchen. Im abnehmenden Licht.

Denn die rote Krone wird schwächer. Sie blutet. Und stirbt. Von Jahr zu Jahr steht sie tiefer über dem Horizont. Das Korn wird mickriger. Die Kammern leerer. Unser Hunger wächst, bis wir uns noch das wenige untereinander wegnehmen. Und schließlich übereinander herfallen.

Die leichte Bewegung einer der gewaltigen, schwarzen Flügel genügte. Plötzlich begann der Vogel zu kreisen. Immer schneller zog er um seine Entdeckung herum. Zielsicher verlor er an Höhe, und der Kopf zuckte nicht mehr suchend. Die kohlschwarzen Perlen waren auf etwas Bestimmtes gerichtet.

Manche versuchen die Leere in sich mit Glauben zu füllen. Warten auf Wunder. Hoffen und hungern, bis sie schließlich doch ihrer inneren Verzweiflung Raum geben. Bahn brechen lassen, was all die Jahre hinter frommen Gebeten ohne Echo geschlafen hat. Weil in uns eine Erkenntnis reift wie eine faule Frucht: Vielleicht sind wir allein. Und alles, was es über diese Welt zu wissen gibt, ist, dass sie sich um den Abschied dreht.

Vielleicht handelt alles davon, zu gehen.

Der Rabe stürzte herab und breitete seine gewaltigen, schwarzen Schwingen erst aus, als die Dolchklauen auf seinen Fund niederfuhren. Wie ein dunkler Engel des Krieges fanden sie ihre Beute.

Zwischen den Leichnamen lag ein scheinbar unberührter Körper, wie schlafend. Es war ein Kind, keine sechs Jahre alt. Gekleidet in einen bunten, nun besudelten Wams. Eine Mutter hatte sich wie zum Schutz über es geworfen. Ein Speer hatte sie dabei durchbohrt. Doch so unversehrt das Kind wirkte – in ihm war so wenig Leben wie in all den anderen ausgebeuteten Körpern. Ein Lid war geschlossen, das andere geöffnet. Das Auge blickte leer.

Diese Welt, so sagt man, wurde erst so geboren, wie sie heute ist, als sie schon überfällig war. Vergessen und verraten von denen, die sie geschaffen hatten. Fast seit ihrem Anbeginn ein blasser Spiegel dessen, was in ihren Himmeln geschehen war.

Götter und Göttinnen lagen im Krieg. Worüber weiß niemand. Vielleicht stritten sie darum, dass sie alle anders und einzigartig waren. Ihre eigene Sicht auf die Dinge hatten. Dass sie sich voneinander unterschieden. Nicht eins waren. Es wäre das erste Mal gewesen, seit sie der Schwärze zwischen den Sternen Form gaben.

Dass sie der Welt namens Inûnyrde etwas nach ihrem Vorbild mitgeben wollten, das den anderen missfiel. So hoffnungsvoll wie es begann, so tragisch endete es. So früh. Für sie endete es. Aber wie alles, was Wesen tun, die mächtiger als ihre Schöpfung sind, war es schicksalhaft.

Denn für uns ist es noch nicht zu Ende. Wir hoffen, beten, morden und warten.

Im Himmel tobte ein gnadenloser Krieg. Götter und Göttinnen schlachteten sich ab. Alles, was wir hinter unserem Horizont finden, sind verwaiste Hallen. Unsere Hilferufe wurden niemals erhört, unsere Gebete in die Totenstille von Gräbern gesprochen, gewimmert, schließlich geschrien. Unsere Tempel sind nur Katafalke. Doch noch im Tot veränderten unsere Götter und Göttinnen alles.

Alles, was sie uns hinterließen, war ihr Blut. Es regnete auf Inûnyrde herab, wurde in seinen kristallenen Wassern für immer gespeichert. Und veränderte, was sich auf ihr regte. Tiere, die unsere Beute waren, machten uns zu ihrer. Die mächtigen Leviathane erhoben, genährt von göttlichem Blut, ihr dräuendes Haupt. Und fegten mit ihren Zähnen und Klauen durch uns wie mit Sensen durch Korn. Sie verheerten diese Erde. In ihnen lebte die Gier und der Hass der Göttlichen fort, ihr Erbe aus Rachsucht, Neid, Hunger und Gewalt. Die Leviathane waren gekommen, um auch dem ein Ende zu setzen, was die Himmlichen einst so hoffnungsvoll mit ihrer eigenen Hände Verheißung geschaffen hatten.

Doch wir ließen uns nicht verzehren. Wir erhoben unsere Waffen, im festen Glauben, dass diese Ungeheuer keine Strafe seien, sondern eine Bewährung, der wir mit festem Glauben und göttlicher Hilfe etwas entgegenzusetzen hatten.

In Wahrheit war es nur unser eigener Wille, der unserem Schicksal die Stirn bot, ihm den Krieg erklärte. Es abwendete, abbog, veränderte. Oder vielmehr – waren es einige wenige von uns, hinter deren Klingen und Schilden wir uns versammelten. Stolze Jägerköniginnen und -könige, die sich opferten. Die die Leviathane unter großen Opfern ihrer eigenen Völker und denen von ihrem eigenem Fleisch und Blut zur Strecke brachten. An diesem Punkt, nach diesem unverhofften Sieg, hätte alles gnädig zu Ende sein können. Endlich. Wir hätten uns genügen können, wie viel Zeit auch immer uns bleiben würde auf der vergessenen, versengten Erde.

Der Rabe stelzte auf dem kleinen Körper herum und prüfte mit einem Zucken seines Kopfes, ob sich etwas um ihn herum bewegte. Schließlich senkte er ihn hinab. Sein mächtiger Schnabel war wie die Speerspitze, die aus der Flanke der Frau ragte. Sein schwarzes Gefieder war von einem roten Glanz eingerahmt.

Doch es kam anders. Die Nimrod-Könige und -Königinnen aßen vom Fleisch der gefällten Leviathane, wie es alter Jäger Sitte war. Und sie wurden mächtiger über alle Wachträume und -alpträume hinaus. Etwas übertrug sich mit dem Fleisch ihrer Beute auf sie. Etwas, das wir Magie nennen, war in die irdische Welt gelangt. Das Zeitalter der Leviathane endete mit Rauch und Feuer, glühenden Visionen und Omen. Nimrod-König wandte sich bald gegen Nimrod-Königin. Die dunkle Saat der sterbenden Götter und Göttinnen war aufgegangen.

Inûnyrde ist ein blasser Spiegel dessen, was in ihren Himmeln geschehen war.

Wir sterben noch immer. Unter einer blutenden Krone. Unter der todgeweihten Sonne. Wenn auch sie uns verlässt, werden auch wir vergehen. Gäbe es da noch jemanden, etwas, könnten wir wenigstens darum beten, dass es dann eine Erlösung ist.

Doch können Seelen gehen, die kein Jenseits finden? Keine Himmel? Nur leere Hallen und vergilbten Glanz, der unser spottet? Unser Gebet ist das Krächzen von Raben über unseren letzten Schlachtfeldern. Unser letztes Gebet ist das, aus dem wir gemacht sind: Fleisch, Blut und Knochen. Ausgebreitet vor einem Panoptikum, das leblos mit steinernen, kalten Augen auf uns und unsere letzten Gaben herabblickt.

Sie werden uns ihre Antwort schuldig bleiben, bis es vorbei ist.

Der Rabe setzte sich auf die Brust des toten Jungen. Mit seinem Schnabel begann er, auf der verletzlichen Brust herumzupicken. Er legte zerbrechliche Rippen frei, während der kleine Menschenkörper dabei wie eine Marionette wippte.

Die Sonne goss rote Tränen darüber.

Die Hoffnung ist wie ein letzter Strahl durch das Dickicht von Climfendel, der durch Zufall den Boden erreicht und dann verlischt. Wir hoffen, beten, morden und warten.

Die Einflüsse zu Totensonne

Unzählige – ich nenne hier nur vier. Von weiteren wirst du immer wieder in meinen Social Media Kanälen lesen. Mit Earthdawn ging in den 90er-Jahren ein Pen & Paper-Rollenspiel an den Start, das mit seiner detaillierten, unglaublich runden und ausgekügelten Welt zu überzeugen wusste. Anders als ein – zugegeben – Klassiker wie Dungeons & Dragons sind hier Dämonen nicht etwas ziellos als Upleveler in ein Fantasyreich verteilt, so dass – sorry – für jeden etwas dabei ist. Sondern haben herkömmliche Dungeons meist immer eine Bedeutung, inklusive ihrer tödlichen Rätsel, Fallen und „überkonstruierten“ Architektur: Sie waren einst Kaers, also magisch gesicherte Burgen, die Schutz vor der Jahrhunderte währenden Dämonenplage bieten sollten.

Magie öffnet Tür und Tor für Böses

Als das Level magischer Energie stark anstieg, konnten Dämonen aus dem Astralraum in unsere Welt eindringen, hier existieren und sie verwüsten. Nun, als das Magie-Level wieder gefallen ist, sind magisch begabte Adepten dazu angehalten, die Welt Kaer für Kaer wieder zurückzuerobern. Wer schon immer mal wissen wollte, wie inspirierte Fantasy-Abenteuer gehen, kann sich ja mal das Buch der Legenden und das Buch der Forscher anschauen. Gewaltige Fantasywelten wie die Vergessenen Reichen, die Altmeister Ed Greenwood erschuf, oder auch der D&§ 3.5-Ableger Pathfinder sind zwar groß, halten auch einige spannende Details bereit.

Oft wirken sie aber auch generisch, weil sie eben eins leisten sollen: Für jeden Geschmack das passende Setting servieren, Blaupause für jede Art interaktiver Dungeon Delves sein. Und das tun sie perfekt, ohne mit einer allzu tiefschürfenden Hintergrund-Story die individuellen Geschmacksvorlieben zu „stören“. Earthdawn hat an der ein oder anderen Stelle Mut zu Leitplanken und zu einer bestimmten Art von Hintergrund-Story gehabt, dreht sich um den Kampf mit den eigenen inneren Dämonen und die Frage, welche Verantwortung und Abgründe mit großer Macht einhergehen. Eine solche Kern-Haupterzählung, ein übergreifendes Thema zu erzählen, bereichert ein Fantasy-Setting ungemein und spielt alle Stärken des Genres aus.

Skyrim – Dungeons mit Verstand

Skyrim wird wohl immer mein absoluter Klassiker der Videospielgeschichte bleiben. Nicht, weil der Plot so furchtbar spannend war oder auch nur ein Charakter mir besonders in Erinnerung geblieben wäre (außer natürlich mein eigener). Nein, die Dungeons haben absolut neue Maßstäbe gesetzt. Ich habe selten so organische, lebendige und atmosphärisch dichte Verliese erlebt wie in dieser riesigen Open World. Chapeau! Noch dazu hatte ich zum ersten Mal in einem Videospiel wirklich das Gefühl, dass die Figur, die ich spiele, von meinen Handlungen geformt wird. Wie im „echten Leben“ kann der Charakter hier, was er unermüdlich übt. Insofern nicht verwunderlich, dass ich auch hart am Schreiben feile: Irgendwann muss mir ja mal das Werk gelingen, nach dem ich mich gelassen zur Ruhe setzen kann.

Ein Monsterwerk-Werk, sie zu binden

Ja, manche können es vielleicht nicht mehr hören. Und waren nach den drei großartigen Filmen von Peter Jackson, der das Monstrum der Fantasy bezwungen und in Stromlinienform für ein Massenpublikum gebracht hat, ernüchtert, als sie die literarische Vorlage aufschlugen. Nebensatzketten, die sich über halbe Seiten erstrecken? WTF? Nichtsdestotrotz: Der Herr der Ringe hat den Grundstein gelegt für kraftvolle, mythologische Bilder, die seither das Genre definieren. Der Sprachprofessor J. R. R. Tolkien hat gezeigt, wie weit die Hingabe für eine der Fantasie entsprungenen Welt gehen kann, hat dafür sogar eigene, in sich schlüssige Sprachen mit eigener Grammatik entwickelt. Das macht ihm so schnell niemand nach. Ein Werk, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden...

Symbaroum – die Quintessenz der Atmosphäre

In den letzten Jahren hat Schweden die Pen&Paper-Welt ziemlich aufgemischt: Symbaroum ist noch relativ jung, hat aber mit seinen düsteren Illustrationen und seinem gruseligen Wildnis-Setting gezeigt, dass Fantasy auch erwachsen und psychologisch sein kann. Und dass das Böse keine statistischen Werte hat. Danke, dass eine Keule +2 keine Atmosphäre schreddern kann! Als ich die ersten Seiten des Regelwerks aufgeschlagen hatte, fühlte es sich wie der Beginn einer neuen HBO- oder Netflix-Serie an. Wenn ich was beim Film zu sagen hätte, hieße meine Empfehlung für einen würdigen Game of Thrones-Nachfolger eindeutig: Symbaroum. Aber idealerweise greift die Serie diesmal nicht der literarischen Vorlage vor. Und verzichtet auf Coffee-to-go am Set. Und jetzt. Willkommen in der Welt Inûnyrde auf dem Pfad in die längste Nacht...